HR: Burnout-Symptome, auf die Sie achten müssen

Eine hochwertige Mitarbeitererfahrung zu bieten bedeutet nicht nur, coole Büros anzubieten, Geschenkgutscheine zu verteilen und jeden Donnerstag After-Work-Events zu organisieren. Wenn Sie Ihre Talente halten möchten, müssen Sie vor allem auf ihre körperliche und mentale Gesundheit achten. Denn ein zufriedener Mitarbeitender ist auch ein engagierter und leistungsstarker Mitarbeitender.
Doch für viele sieht die Realität ganz anders aus. Laut dem 13. Empreinte-Humaine-Barometer vom September 2024 sind 30 % der französischen Mitarbeitenden dem Risiko eines Burnouts ausgesetzt. Das bedeutet: ein Zustand intensiver Erschöpfung, der ihre körperlichen, mentalen, emotionalen und kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigt. Die Folge: Sie verlieren ihre Motivation und ihr Selbstvertrauen, haben Schwierigkeiten, produktiv zu sein, und neigen eher dazu, zu kündigen.
Wie also lässt sich einem Burnout vorbeugen ? Was sind die Symptome eines Burnouts, die auslösenden Faktoren und welche Profile sollten besonders im Auge behalten werden? Wie sensibilisieren Sie Ihre Teams? HR-Verantwortliche: Lesen Sie unbedingt weiter, das könnte Ihnen sehr nützlich sein!
Was sind die Symptome eines Burnouts?
Die Symptome eines Burnouts zu erkennen ist entscheidend, um rechtzeitig eingreifen und eine Verschlechterung der Situation verhindern zu können. Hier sind die wichtigsten Symptome, auf die Sie achten sollten:
Körperliche Symptome
Ein Burnout wirkt sich häufig auf den Körper aus, bevor er sich auf psychologischer Ebene deutlicher zeigt. Zu den körperlichen Symptomen eines Burnouts gehören:
- Schlafstörungen: Einschlafprobleme, Schlaflosigkeit, häufiges Aufwachen usw.
- Intensive Erschöpfung: ein Erschöpfungsgefühl, das auch nach einer Ruhephase anhält.
- Schmerzen: Rücken-, Kopf- oder Bauchschmerzen, Krämpfe oder Gelenkschmerzen.
🛑 Häufige Folge: erhöhter Krankenstand, da Mitarbeitende im Burnout sich häufig aus gesundheitlichen Gründen abmelden müssen.
Emotionale und verhaltensbezogene Symptome
Ein Burnout wirkt sich auch auf den emotionalen Zustand und das Verhalten aus, was sich in folgenden Symptomen äußern kann:
- Rückzug: 50 % der Mitarbeitenden im Burnout neigen dazu, sich zu isolieren¹.
- Emotionale Taubheit: Distanziertheit, Verlust des Interesses an der Umgebung.
- Stimmungsschwankungen: Reizbarkeit, Angst, Aggressivität, Depression … 40 % werden auch ungeduldiger¹.
- Verlust des Selbstvertrauens: ständiges Infragestellen der eigenen Kompetenzen.
- Motivationsverlust: Die Person tut nur noch das absolute Minimum – mit anderen Worten: Sie befindet sich in einem Zustand der stillen Kündigung (oder Quiet Quitting).
🛑 Häufige Folge: ein Rückgang des Engagements, der sich direkt auf die Teamleistung auswirkt.
Lesen Sie auch: [Webinar] Stille Kündigung: Wie lassen sich Mitarbeitende vor Ort einbinden?
Kognitive Symptome
Schließlich beeinträchtigt ein Burnout die kognitiven Fähigkeiten und macht es zunehmend schwierig, alltägliche Aufgaben zu erledigen.
- Konzentrationsprobleme: Unfähigkeit, sich auf eine Aufgabe zu fokussieren, häufige Ablenkungen.
- Gedächtnisprobleme: Schwierigkeiten, Informationen zu behalten.
- Organisationsprobleme: Schwierigkeiten beim Planen, Verwalten des Zeitplans oder beim Erlernen neuer Dinge.
- Verlust der Kreativität: Schwierigkeiten, neue Ideen einzubringen oder Lösungen zu finden.
🛑 Häufige Folge: ein Rückgang der Produktivität, da die Qualität der Arbeit abnimmt.
Welche Mitarbeitenden sind am stärksten gefährdet?
Laut dem Barometer 2024 von Empreinte Humaine² befinden sich 42 % der französischen Mitarbeitenden in psychischem Stress, davon 15 % auf einem hohen Niveau. Bestimmte Profile sind stärker gefährdet, Burnout-Symptome zu entwickeln, insbesondere:
- Mitarbeitende über 60 Jahre
- Junge Berufstätige
- Frauen
- Führungskräfte
- Telearbeitende
- Mitarbeitende in kleinen und mittleren Unternehmen
Achten Sie daher besonders auf sie. Darüber hinaus sollten Sie auf das Auftreten von Symptomen bei unterbesetzten Teams, Eltern (insbesondere Alleinerziehenden), Perfektionistinnen und Perfektionisten sowie bei denjenigen achten, die Schwierigkeiten haben, Aufgaben abzugeben und Nein zu sagen.
Und vor allem: Sorgen Sie für sich selbst ! Im Jahr 2022 befanden sich 82 % der HR-Direktoren nach eigenen Angaben „nahe am Burnout". Lernen Sie also, die Symptome eines Burnouts sowohl bei Ihren Mitarbeitenden als auch bei sich selbst zu erkennen!
Wie lässt sich einem Burnout vorbeugen?
Bevor Sie konkrete Maßnahmen ergreifen, sensibilisieren Sie zunächst die Teams für die Symptome und Faktoren eines Burnouts. Je schneller Ihre Mitarbeitenden diese erkennen können, desto besser können Sie rechtzeitig eingreifen!
Die Faktoren eines Burnouts verstehen
Ein Burnout kann viele Ursachen haben, wobei die häufigsten sind:
- Arbeitsüberlastung: 55 % der Mitarbeitenden haben nicht genug Zeit, ihre Arbeit gut zu erledigen, und 46 % geben an, keine zusätzlichen Aufgaben ablehnen zu können, selbst wenn sie bereits überlastet sind².
- Mangelnde Anerkennung: 50 % sind der Meinung, nicht ausreichend Rückmeldungen zu ihrer Arbeit zu erhalten².
- Übermäßige Kontrolle der Arbeit, die häufig zu einem Verlust der Eigenständigkeit führt.
- Unklare, unrealistische Ziele, die keinen Sinn ergeben und/oder sich widersprechen.
- Konfliktbeziehungen mit Vorgesetzten und/oder Kolleginnen und Kollegen.
- Mangelnde Unterstützung und gegenseitige Hilfe, die häufig aus einer individualistischen Unternehmenskultur resultieren.
- Unzureichende Ausstattung: 49 % der Mitarbeitenden verfügen über ungeeignete oder nicht funktionsfähige Tools².
- Arbeitsplatzunsicherheit, oft verursacht durch die Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren oder eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen zu erleben.
- Mangelnde Entwicklungsmöglichkeiten.
Konkrete Maßnahmen ergreifen
Um Burnout wirksam zu bekämpfen, reicht es nicht aus, die Teams zu sensibilisieren. Die Führungsebene muss sich auch aktiv an der Umsetzung konkreter Maßnahmen beteiligen! Und es ist festzustellen, dass es hier noch deutlichen Verbesserungsbedarf gibt. Nur 28 % der Mitarbeitenden sind der Meinung, dass ihre Unternehmensleitung wirklich in die Prävention von psychosozialen Risiken eingebunden ist³. Schlimmer noch: 66 % glauben, dass sie das Ausmaß des Problems nicht erkennt.
Hier sind einige Maßnahmen, die zur Verbesserung der Situation ergriffen werden können.
1. Arbeitsbelastung bewerten und anpassen
Arbeitsüberlastung ist einer der wichtigsten Burnout-Faktoren. Das Erste, was Sie tun können, um sie zu verhindern, ist daher die Analyse der Arbeitsbelastung Ihrer Mitarbeitenden.
- Verwenden Sie Tools wie Holaspirit, um zu bewerten, wie viel Zeit die Mitarbeitenden für jede ihrer Rollen aufwenden. So können Sie erkennen, ob ihre Arbeitsbelastung angemessen ist, und bei Bedarf Anpassungen vornehmen.
- Reduzieren Sie die Anzahl der laufenden Projekte oder priorisieren Sie weniger dringende ab.
- Überprüfen Sie die Aufgabenverteilung innerhalb Ihres Teams, insbesondere wenn einige Mitglieder stärker überlastet sind als andere.
- Nehmen Sie dem „Nein"-Sagen gegenüber bestimmten Anfragen seinen Schrecken, oder handeln Sie Fristen für nicht prioritäre Projekte neu aus.

2. Rollen, Ziele und Prioritäten klären
Unklare oder widersprüchliche Ziele können schnell zu Angst führen. Hier sind unsere Empfehlungen zur Vorbeugung:
- Definieren Sie klar die Rollen und Verantwortlichkeiten jedes Einzelnen und machen Sie sie für alle zugänglich. Das können Sie im Holaspirit-Organigramm tun!
- Nutzen Sie die Methode OKR (Objectives and Key Results), um ehrgeizige und leicht messbare Ziele zu erstellen, auf die alle Teams ausgerichtet sind. Damit können Sie insbesondere die Ziele der Teams mit den Unternehmenszielen verknüpfen und so der Arbeit jedes Einzelnen einen Sinn geben. (PS: Ein OKR-Modul ist auch in Holaspirit verfügbar 😉)
- Unterscheiden Sie zwischen wirklich dringenden Projekten und solchen, die es nicht sind.

3. Work-Life-Balance fördern
Eine gute Balance zwischen Berufs- und Privatleben zu fördern ist entscheidend, um dem Auftreten von Burnout-Symptomen vorzubeugen. Hier sind einige wirksame Maßnahmen:
- Führen Sie eine Richtlinie zum Recht auf Nichterreichbarkeit ein, um Anfragen außerhalb der Arbeitszeiten zu vermeiden.
- Bieten Sie flexible Arbeitszeiten und/oder Homeoffice-Tage an.
- Experimentieren Sie mit der 4-Tage-Woche oder bieten Sie zusätzliche Urlaubstage an, damit sich Mitarbeitende besser erholen können.
4. Ein fürsorgliches Management fördern
Unterschätzen Sie nicht die Bedeutung des Managements bei der Burnout-Prävention. Ein fürsorglicher Ansatz kann den entscheidenden Unterschied machen. Hier sind einige Möglichkeiten, dies zu erreichen:
- Schulen Sie Führungskräfte darin, Erschöpfungszeichen zu erkennen und auf die von ihren Teams geäußerten Schwierigkeiten einzugehen.
- Fördern Sie regelmäßiges Feedback und informelle Gesprächsmomente, um die Bedürfnisse jedes Einzelnen besser zu verstehen.
- Schaffen Sie ein Klima der psychologischen Sicherheit, in dem Mitarbeitende Initiativen ergreifen und Fehler machen können, ohne negative Konsequenzen befürchten zu müssen.
- Kommunizieren Sie über die ergriffenen Präventionsmaßnahmen, zum Beispiel durch eine Veröffentlichung auf Talkspirit, um den Mitarbeitenden zu zeigen, dass ihr Wohlbefinden Ihre Priorität ist.
5. Körperliche und mentale Gesundheit verbessern
Maßnahmen umzusetzen, die die körperliche und mentale Gesundheit der Mitarbeitenden verbessern, ist eine hervorragende Möglichkeit, Burnout vorzubeugen. Wenn Ihnen die Ideen ausgehen, können Sie sich gerne an diesen Vorschlägen bedienen:
- Organisieren Sie Meditations-Workshops oder Sportkurse, um Mitarbeitenden zu helfen, ihren Stress besser zu bewältigen.
- Bieten Sie Team-Building-Aktivitäten an, um die Beziehungen innerhalb des Teams zu stärken und Isolation zu vermeiden, insbesondere für Telearbeitende.
- Bieten Sie psychologische Unterstützungsdienste an (zum Beispiel kostenlose Gespräche mit einem Psychologen).
Lesen Sie auch: Risiken der hybriden Arbeit verstehen
Diese Maßnahmen tragen, wenn sie von einer engagierten Unternehmensleitung unterstützt werden, dazu bei, eine gesunde Arbeitsumgebung zu schaffen und Burnout vorzubeugen.
Fazit
Um zu verhindern, dass Ihre Mitarbeitenden sich verausgaben, ist es entscheidend, Burnout-Symptome wie anhaltende Müdigkeit, Motivationsverlust oder Rückzug schnell zu erkennen. Und vor allem: Handeln Sie schnell, indem Sie gezielte Maßnahmen einleiten, um eine Verschlechterung der Situation zu verhindern.
Achtung: Auch HR-Verantwortliche sind nicht vor Burnout gefeit. Zwischen der Teamführung und dem Druck der Unternehmensleitung müssen sie ihr eigenes Wohlbefinden im Blick behalten und bei den ersten Anzeichen reagieren.
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¹ 9. Empreinte-Humaine-Barometer vom März 2022
² 13. Empreinte-Humaine-Barometer vom September 2024
³ 10. Empreinte-Humaine-Barometer vom Juni 2022
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