Wie geht man mit mangelnder Anerkennung am Arbeitsplatz um?

Fehlende Anerkennung ist ein Thema, das Mitarbeitende im Unternehmen nur selten ansprechen. Dabei ist es häufiger als gedacht. Laut einer Studie von Altays sind 55 % der französischen Angestellten im Privatsektor der Meinung, dass ihre Kompetenzen weder von ihrer Führungskraft noch von der Personalabteilung angemessen anerkannt werden. Die Ursachen: unregelmäßiges Feedback, unklare Verantwortlichkeiten und Ziele sowie mangelnde Wertschätzung der geleisteten Arbeit.
Sowohl für das Unternehmen als auch für die Mitarbeitenden kann dieser Mangel an Anerkennung schwerwiegende Folgen haben. Dazu zählen: ein Rückgang des Engagements, eine Verschlechterung des Wohlbefindens am Arbeitsplatz, eine erhöhte Fluktuation und eine Beschädigung des Employer Brandings.
Diese negativen Auswirkungen lassen sich natürlich vermeiden, indem Anerkennung sowohl auf kollektiver als auch auf individueller Ebene gefördert wird. In diesem Artikel erklären wir, woran Sie einen Mangel an Anerkennung erkennen und welche Maßnahmen Sie ergreifen können, um dem entgegenzuwirken.
Woran erkennt man einen Mangel an Anerkennung?
Bevor Sie entsprechende Maßnahmen einleiten, ist es zunächst wichtig zu wissen, wie sich ein Mangel an Anerkennung am Arbeitsplatz äußert. Mehrere schwache Signale können Ihnen helfen, ihn in Ihrem Team zu erkennen, zum Beispiel:
- nachlassende Motivation,
- fehlendes Sinnempfinden bei der Arbeit,
- nachlassende Leistung (individuell und/oder kollektiv),
- zunehmende Fehlzeiten,
- rückläufiges Mitarbeitenden-Engagement,
- sinkendes Selbstwertgefühl,
- das Gefühl, dass die geleistete Arbeit nie ausreicht,
- nachlassendes Zugehörigkeitsgefühl zum Unternehmen.
Um diese Signale zu erkennen, ist es wichtig, regelmäßig mit Ihren Mitarbeitenden in den Austausch zu treten, insbesondere über Einzelgespräche. Denken Sie außerdem daran, Ihre Mitarbeitenden regelmäßig zu befragen, etwa über quartalsweise HR-Barometer. So können Sie schnell die Probleme der Teams identifizieren, insbesondere den Mangel an Anerkennung.
PS: In unserer Vorlage für eine HR-Strategie finden Sie die Fragen, die Sie in Ihr HR-Barometer aufnehmen sollten 👇
7 Wege, Anerkennung am Arbeitsplatz zu zeigen
Die Leistungen Ihrer Mitarbeitenden anzuerkennen kann zu einer echten Chance für Ihr Unternehmen werden. Laut Deloitte führt dies zu 14 % engagierteren und leistungsfähigeren Mitarbeitenden. Es ist auch ein Instrument zur Mitarbeitendenbindung: Wer regelmäßig für seine Arbeit anerkannt wird, ist 56 % weniger geneigt, sich nach einer anderen Stelle umzusehen.
Hier sind 7 Best Practices, um von diesen Vorteilen zu profitieren.
1. Rollen und Verantwortlichkeiten klären
Der erste Schritt, um dem Mangel an Anerkennung entgegenzuwirken, besteht darin, Transparenz darüber herzustellen, wer was macht. Indem Rollen und Verantwortlichkeiten jeder Person klar definiert werden, lässt sich leichter nachvollziehen, wer welche Initiative umgesetzt hat und wer für seine Arbeit anerkannt werden sollte.
Diese Rollenkartografie kann auf unserer Plattform Holaspirit erstellt werden. Jede in dem Tool erfasste Rolle kann mit Kompetenzen, Tools, Projekten, Zielen oder Leistungsindikatoren verknüpft werden. So kann jede Person in der Organisation leicht nachvollziehen, woran die anderen arbeiten.

2. Individuelle und kollektive Ziele festlegen
Neben Rollen und Verantwortlichkeiten gilt es auch, Klarheit über die Ziele zu schaffen – sowohl auf individueller als auch auf Team- und Unternehmensebene. Durch klar definierte Ziele können Sie die Leistung jeder einzelnen Person besser beurteilen und so denjenigen Anerkennung zukommen lassen, die am meisten engagiert sind.
Um diesen Prozess zu vereinfachen, können Sie das OKR-Modul (Objective and Key Results) von Holaspirit nutzen. Die OKR-Methode ermöglicht es, Ihre Ziele mit quantifizierbaren, ambitionierten und zeitlich definierten Schlüsselergebnissen zu verknüpfen. Die auf Teamebene festgelegten Ziele können anschließend mit den Unternehmenszielen verknüpft werden, um eine organisationale Ausrichtung sicherzustellen.

3. Mitarbeitenden danken
Einer der wichtigsten Hebel für Anerkennung sind natürlich Dankesworte! Laut Deloitte wünschen sich 85 % der Mitarbeitenden ein „Danke" in ihren täglichen Interaktionen bei der Arbeit. 54 % bevorzugen eine mündliche Anerkennung (persönlich oder per Videokonferenz), und 31 % eine schriftliche Anerkennung (per Chat oder E-Mail). Bevorzugen Sie daher beide Formen, um sich den Vorlieben der einzelnen Personen anzupassen.
Diese Form der Anerkennung kann sowohl von der Führungskraft als auch von Kolleginnen und Kollegen kommen. Vergessen Sie also unabhängig von Ihrer Rolle im Unternehmen nicht, Ihre Mitarbeitenden für ihre Arbeit zu loben!
Neben dem „Danke" sollten Sie genau erklären, warum Sie zufrieden sind – möglichst im Einzelgespräch oder in kleiner Runde. Sie können dies auch mit dem restlichen Unternehmen teilen, wenn Ihre Mitarbeitenden einverstanden sind. Das trägt dazu bei, ihnen intern Sichtbarkeit zu verschaffen und ihre Arbeitsmotivation aufrechtzuerhalten.
4. Erfolge von Teams und des Unternehmens würdigen
Anerkennung findet natürlich nicht nur auf individueller Ebene statt. Auch Teams brauchen sie, um das Gefühl zu haben, dass ihre Arbeit nützlich und effektiv ist. Wenn Sie eine Führungsrolle innehaben, denken Sie daran, die erfolgreichen Projekte Ihres Teams herauszuheben! Diese Anerkennung kann verschiedene Formen annehmen. Sie können zum Beispiel:
- einen Beitrag in Ihrem sozialen Unternehmensnetzwerk teilen (zum Beispiel auf Talkspirit!),
- eine Glückwunschnachricht im Unternehmens-Chat senden,
- oder die geleistete Arbeit in einer internen Besprechung hervorheben.

Wenn Sie mit anderen Teams zusammenarbeiten, beglückwünschen Sie auch diese für ihre Arbeit und würdigen Sie ihren Beitrag, damit sie sich anerkannt fühlen.
Tatsächlich hängt der Erfolg eines Unternehmens in erster Linie von der Arbeit seiner verschiedenen Teams ab. Deshalb ist es auch wichtig, die Erfolge des Unternehmens zu würdigen. Haben Sie einen neuen Kunden gewonnen? Haben Sie Ihr Umsatzziel übertroffen? All diese Erfolge sind Gelegenheiten zu zeigen, wie jede einzelne Person zum Unternehmenserfolg beiträgt. Integrieren Sie sie daher in Ihre interne Kommunikationsstrategie!
5. Materielle Belohnungen gewähren
Um dem Mangel an Anerkennung am Arbeitsplatz entgegenzuwirken, sollte besonders auf die Vergütung Ihrer Mitarbeitenden geachtet werden. Ist ihr Gehalt ihrem Erfahrungsstand und ihren Kompetenzen angemessen? Entspricht es der Vergütung der anderen Teammitglieder? Und spiegelt es den Wert jeder einzelnen Person wider? Wenn Sie eine dieser Fragen mit „Nein" beantwortet haben, sind wahrscheinlich Anpassungen erforderlich.
Auch wenn Gehalt ein heikles Thema ist, glauben Sie uns: Alles kommt irgendwann heraus. Stellen Sie sich vor, einer Ihrer Mitarbeitenden erfährt, dass er bei gleichem Erfahrungs- und Kompetenzniveau deutlich weniger verdient als ein Kollege. Unweigerlich beginnt er, sich zu hinterfragen: Ist er schlechter als der Kollege? Weniger produktiv? Weniger geschätzt? Solche Fragen können zu einer stillen Kündigung oder sogar zu einer echten Kündigung führen.
Wenn Sie die Leistung Ihrer Mitarbeitenden anerkennen möchten, belohnen Sie diese mit einer Gehaltserhöhung, einem Bonus, einer Beförderung oder materiellen Vorteilen. Das hat deutlich mehr Wirkung als bloße Worte.
6. Über Entwicklungsperspektiven kommunizieren
Drei von vier französischen Angestellten würden erwägen, ihr Unternehmen zu verlassen, wenn ihre Anfragen zur internen Weiterentwicklung nicht erfüllt würden.
Kein Wunder: Transparent über Entwicklungsperspektiven zu kommunizieren ist ein zentraler Hebel für Anerkennung. Sie zeigen Ihren Mitarbeitenden damit, dass Sie ihr Potenzial erkennen und es vor allem weiterentwickeln möchten. Das trägt dazu bei, ein motivierendes Umfeld für Ihre Teams zu schaffen, da sie wissen, welche Ziele sie anstreben sollen und wie sie diese erreichen können.
Entwicklungsperspektiven können sowohl von der Personalabteilung als auch von der Führungskraft angesprochen werden. Im Übrigen müssen Sie nicht unbedingt auf das Jahresgespräch warten, um darüber zu sprechen. Sie können eigens dafür Termine planen oder das Thema in Ihre regulären Besprechungen integrieren. Diese Gespräche können in einem kollaborativen Dokument festgehalten werden, das als Grundlage für die Entwicklung Ihres individuellen Entwicklungsplans dient.
Um einheitliche Praktiken sicherzustellen, empfehlen wir Ihnen außerdem, Ihre Schulungsprozesse und Best Practices zu dokumentieren – auf einer für alle zugänglichen Plattform (Holaspirit zum Beispiel!).
7. Unternehmensrituale schaffen
Ein Mangel an Anerkennung kann manchmal mit einem schlechten Betriebsklima oder einem Gefühl der Isolation zusammenhängen. Dies gilt insbesondere für Mitarbeitende, die vollständig remote arbeiten und kaum persönliche Interaktionen mit den anderen Teams haben.
Um Anerkennung und Zugehörigkeitsgefühl zu stärken, ist es daher notwendig, Rituale einzuführen. Hier sind einige Beispiele für Initiativen, die Sie starten können:
- Organisieren Sie Team-Building-Veranstaltungen, die auf Anerkennung ausgerichtet sind,
- Laden Sie Mitarbeitende ein, am Tag des Kompliments teilzunehmen (am 1. März),
- Teilen Sie positive Kundenfeedbacks auf einem dedizierten Kanal (das machen wir bei Talkspirit so!)
- Erstellen Sie eine Gruppe „Danke!" in Ihrem sozialen Unternehmensnetzwerk, um Mitarbeitenden für ihre Arbeit zu danken,
- Feiern Sie persönliche und berufliche Jubiläen (PS: Sie können diese in Ihrem Talkspirit-Kalender 😉 eintragen).

Fazit
Mangelnde Anerkennung am Arbeitsplatz ist kein unabwendbares Schicksal. Mehrere Hebel können Ihnen helfen, dem entgegenzuwirken: Transparenz über Rollen und Ziele, Würdigung individueller und kollektiver Erfolge, Gehaltserhöhungen, regelmäßiges Feedback und Rituale. Indem Sie diese Best Practices befolgen und die richtigen Tools einsetzen, können Sie Anerkennung auf Unternehmensebene fördern. Das wird – letztendlich – dazu beitragen, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich Mitarbeitende psychologisch sicher fühlen, und sie langfristig zu binden.
Anerkennung ist daher ein gutes Mittel, um Talente zu halten. Aber das ist bei weitem nicht das einzige. Entdecken Sie 9 weitere Hebel in diesem Methodenleitfaden 👇
Zum Methodenleitfaden
In diesem Methodenleitfaden finden Sie die 10 wichtigsten Hebel zur Mitarbeitendenbindung sowie Tools und Best Practices, um diese Hebel in Ihrer Organisation zu aktivieren.
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