Die 10 technologischen Trends 2024 nach Gartner

Künstliche Intelligenz (KI) hat die Art und Weise, wie wir täglich arbeiten, völlig revolutioniert. Mittlerweile können alle Teams davon profitieren – von Personalwesen über interne Kommunikation bis hin zu IT-Management. Es ist daher nicht überraschend, dass KI zu den wichtigsten technologischen Trends gehört, die im Gartner-Bericht 2024 vorgestellt wurden.
Das Institut hat 10 technologische Trends identifiziert, in die man 2024 weiter investieren oder mit der Investition beginnen sollte. Woraus bestehen diese? Welche Auswirkungen werden sie haben? Und wie können IT-Manager diese zu ihrem Vorteil nutzen? Hier ist unsere Analyse.

1) AI TRiSM – Vertrauen, Risiko und Sicherheit in der KI
Mehrere technologische Trends aus dem Jahr 2024 wurden bereits im Gartner-Bericht 2023 erwähnt. Dies trifft insbesondere auf die Verwaltung von Vertrauen, Risiko und Sicherheit in der KI (auch AI TRiSM genannt) zu. Sein Ziel: die Zuverlässigkeit, Transparenz und Sicherheit von KI-Modellen gewährleisten.
AI TRiSM ermöglicht es daher:
- KI-Projekte schneller in Produktion zu nehmen
- Kognitive Verzerrungen besser zu kontrollieren und bessere Entscheidungen zu treffen,
- die Erklärbarkeit von KI-Modellen kontinuierlich zu testen (d. h. ihre Funktionsweise und Ergebnisse transparenter zu machen).

Bis 2026 sollten Unternehmen, die diesen Mechanismus nutzen, 80 % der falschen oder illegalen Informationen in ihren KI-Systemen beseitigen und somit bessere Entscheidungen treffen können. Um dies zu erreichen, müssen sie:
- Ein dediziertes Team für AI TRiSM schaffen
- Die Best-of-Breed-Tools (die besten in ihrer Kategorie) effektiv verwalten, die in jedem Bereich eingesetzt werden
- Nutzungsguidelines definieren, sowie ein System einrichten, das automatisch den Zugriff auf KI-Modelle autorisiert
2) CTEM – Kontinuierliche Verwaltung der Bedrohungsexposition
CTEM (Continuous Threat Exposure Management) ist der zweite Trend, in den 2024 weiterhin investiert werden sollte. Es besteht darin, Cyber-Bedrohungen zu identifizieren, zu priorisieren, zu bewerten und zu verwalten, denen die Organisation ausgesetzt ist, um die Risiken so weit wie möglich zu reduzieren.
Um dies umzusetzen, empfiehlt Gartner Unternehmen, die folgenden Initiativen zu starten:
- Den CTEM-Ansatz in ihre Sensibilisierungs- und Cyber-Risikomanagement-Programme integrieren
- Die Priorisierung von Ergebnissen durch Cyber-Risikobewertungs-techniken verbessern
- Die geeigneten Cybersecurity-Lösungen nutzen

Organisationen, die diesen Ansatz verfolgen, sollten bis 2026 die Anzahl der ausnutzbaren Sicherheitslücken um zwei Drittel reduzieren können, die von Hackern ausgenutzt werden können!
3) Nachhaltige Technologien
Die Corporate Social Responsibility (CSR) nimmt in den Organisationen einen immer größeren Stellenwert ein. Doch um CSR-Initiativen umzusetzen, braucht man die richtigen digitalen Tools! So funktioniert's:
- Erstellen Sie eine Roadmap in Zusammenarbeit mit Ihrem Ethik- und/oder CSR-Ausschuss
- Setzen Sie digitale Tools um, die die größtmögliche Auswirkung auf die Nachhaltigkeit haben (zum Beispiel CSR-Diagnose-Tools, souveräne Collaboration-Lösungen, Cloud-Speicherdienste usw.),
- Informieren Sie intern über Ihr CSR-Projekt. Nutzen Sie die Gelegenheit, um zu verdeutlichen, warum Sie nachhaltige Technologien einführen und welche Vorteile dies den Mitarbeitenden bringt.
4) Platform Engineering
Wie im letzten Jahr ist Platform Engineering einer der technologischen Trends, die 2024 zu beobachten sind. Konkret geht es darum, selbstbedienbare interne Plattformen zu schaffen, um Anwendungen schneller bereitzustellen und die Produktivität von Entwicklungsteams zu verbessern. Jede Plattform wird von einem dedizierten Team erstellt und gepflegt und kann sich mit verschiedenen Tools und Prozessen verbinden, um die Anforderungen der Nutzer zu erfüllen.
Gartner schätzt, dass bis 2026 80 % der Unternehmen im Softwareengineering diese Teams zur Entwicklung von komposablen Anwendungen einsetzen werden.
Sie wissen nicht, wo Sie anfangen sollen? So können Sie diesen Trend umsetzen:
- Erstellen Sie interne Plattformen mit wiederverwendbaren Komponenten, Tools und Services
- Holen Sie sich Feedback von Ihren Endnutzern, um die Tools, Prozesse und technischen Fähigkeiten zu identifizieren, die ihnen auf diesen Plattformen am meisten nutzen würden.

5) KI-gestützte Softwareentwicklung
Künstliche Intelligenz kann Ihren Softwareingenieuren auch helfen, Anwendungen zu erstellen, zu testen und bereitzustellen. Beispielsweise können Sie damit Code generieren und in andere Programmiersprachen übersetzen. Dank KI können sie sich auf hochwertige Aufgaben konzentrieren, wie etwa die Gestaltung leistungsstarker Geschäftsanwendungen.
Laut Gartner-Bericht werden 75 % der Softwareingenieure 2028 virtuelle Assistenten nutzen… während derzeit nur 10 % sie 2023 einsetzen! Um diesen technologischen Trend 2024 zu verfolgen, müssen Sie:
- Ein Team von erfahrenen Softwareingenieuren zusammenstellen, die in der Lage sind, KI-basierte Code-Generierungs-Tools zu bewerten, einzusetzen und zu nutzen
- KI-Tools einsetzen, die das Testen von Anwendungen ermöglichen
- Ein Design-System mit wiederverwendbaren Komponenten für die Benutzeroberfläche und das Frontend aufbauen, um den Entwicklungsprozess zu beschleunigen
6) Branchenzentrierte Cloud-Plattformen
Zu den technologischen Trends 2024 gehören auch branchenzentrierte Cloud-Plattformen, die verschiedene Services SaaS (Software as a Service), PaaS (Platform as a Service) und IaaS (Infrastructure as a Service) verbinden. Diese Kombination ermöglicht es, schnell kundenspezifische Cloud-Plattformen zu schaffen, die auf die Anforderungen jeder Branche zugeschnitten sind.
Heute nutzen weniger als 15 % der Unternehmen branchenzentrierte Cloud-Plattformen, um ihre kommerzielle Entwicklung zu beschleunigen. Bis 2027 sollten aber über 50 % von ihnen dies tun.
So können Sie diese Plattformen in Ihrer Organisation einführen:
- Nutzen Sie diese, um Ihr Anwendungsportfolio zu ergänzen (anstatt alle bestehenden Anwendungen zu ersetzen).
- Etablieren Sie klare Regeln, die aufzeigen, wann branchenzentrierte Cloud-Plattformen eingeführt und/oder umstrukturiert werden sollen und zu welchem Zweck.
- Beziehen Sie die technischen Teams in die Initiative ein, und erklären Sie ihnen, wie sie zur Entwicklung dieser komposablen Plattformen beitragen werden.

7) Intelligente Anwendungen
Bis 2026 werden 30 % der neuen Anwendungen KI einsetzen, um personalisierte und adaptive Benutzeroberflächen zu schaffen.
Diese intelligenten Anwendungen nutzen KI in Kombination mit Daten aus Transaktionen und externen Quellen, um die richtigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt an die richtige Person weiterzuleiten, und bieten damit eine optimaleBenutzererfahrung. Sie können personalisierte Empfehlungen geben, damit Nutzer datengestützte Entscheidungen treffen können.
Um diese intelligenten Anwendungen zu entwickeln, müssen Unternehmen:
- Ein Team gründen, das zuständig ist für die Erfassung, Erklärung, Kartierung und Bewertung des Niveaus der künstlichen Intelligenz, die in Ihre Anwendungen integriert werden soll
- Evaluieren, wie intelligente Anwendungen Ihre Unternehmensanwendungen transformieren können.
- Ein gemeinsames Verständnis dafür schaffen, was eine intelligente Anwendung ist und wie sie eingesetzt werden kann
- Die Auswirkungen auf das gesamte Portfolio von Anwendungen und Services analysieren
8) Demokratisierung von generativer KI
Was wäre, wenn Sie generative künstliche Intelligenz nutzen würden, um das Potenzial Ihrer Organisation zu entfalten? Diese KI-Kategorie ist in der Lage, neue Inhalte in Rekordzeit zu generieren. Texte, Bilder, Präsentationen und sogar Videos: alles wird erstellt!
Durch die Automatisierung von Aufgaben im Zusammenhang mit der Inhaltserstellung kann generative KI die Produktivität der Mitarbeitenden steigern und den Zugang zu Informationen erleichtern. Man könnte also sagen, dass dies einer der disruptivsten technologischen Trends 2024 ist.
Gartner prognostiziert, dass bis 2026 über 80 % der Unternehmen bereits Anwendungen, APIs oder generative KI-Modelle in Produktionsumgebungen genutzt oder eingesetzt haben. Im Vergleich zu heute sollte sich der Prozentsatz der Organisationen, die diese Technologie nutzen, um das 16-fache erhöhen!
Um den Einsatz generativer KI zu demokratisieren, empfiehlt das Institut folgende Maßnahmen:
- Erstellen Sie eine Matrix, die Anwendungsfälle für generative KI nach ihrer technischen Machbarkeit und ihrem geschäftlichen Wert priorisiert
- Legen Sie einen Bereitstellungsplan für diese Anwendungsfälle fest
- Führen Sie eine Veränderungsmanagement-Methode ein, die Schulung und das Wohlbefinden von Teams in den Mittelpunkt stellt
- Identifizieren Sie "Quick Wins", die schnell einen Return on Investment (ROI) bringen
9) Vernetzte und erweiterte Belegschaft
Im Alltag können Ihre Mitarbeitenden künstliche Intelligenz nutzen, um ihre Fähigkeiten zu entwickeln und den Mehrwert, den sie liefern, zu optimieren. Durch diese Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine werden sie in die Lage versetzt, komplexe Probleme in Rekordzeit zu bewältigen.
Im Jahr 2027 sollten 25 % der Unternehmensführer solche Initiativen einleiten. Dies würde es ihnen ermöglichen, die Zeit für den Erwerb neuer Fähigkeiten um 50 % zu reduzieren für strategisch wichtige Rollen.
Hier sind die Tipps von Gartner zur Schaffung einer vernetzten und erweiterten Belegschaft:
- Priorisieren Sie die Höherqualifizierung weniger erfahrener Mitarbeiter, die in komplexen Umgebungen arbeiten
- Gründen Sie ein Komitee, das sich aus Führungskräften jedes Bereichs zusammensetzt (CIO, Personalwesen, Vertrieb, Kundenservice usw.), um Investitionsprioritäten festzulegen
- Konzipieren Sie ein erweiterntes Mitarbeitererlebnis
- Erstellen Sie personalisierte Leitfäden, um Mitarbeitende beim richtigen Einsatz von KI-Tools zu unterstützen
10) Machine Customers
Was wäre, wenn Ihre Kunden Maschinen würden – wären Sie in der Lage, die Nachfrage zu erfüllen? Dies ist die Frage, die der Trend der Machine Customers, auch Custobots genannt, aufwirft. Wie ein normaler Kunde sind sie in der Lage, ein Produkt oder eine Dienstleistung zu kaufen, einen Vertrag auszuhandeln oder ihre Erfahrung online zu teilen. Nur dass … sie nicht Menschen sind, sondern Maschinen.

Bis 2028 werden 15 Milliarden verbundener Produkte in der Lage sein, wie Kunden zu agieren, und so Milliarden von Dollar an Umsatz generieren.
Um diesen technologischen Trend zu folgen, müssen Sie:
- Ein funktionsübergreifendes Forschungsteam für Machine Customers gründen
- Ein bis drei Szenarien entwickeln, um die zu ergreifenden Marktchancen zu untersuchen
- Die erforderlichen Datenquellen und die API-Plattform gestalten, um Machine Customers zu bedienen (ohne das digitale Interface zu nutzen, das Sie für Ihre menschlichen Kunden geschaffen haben)
Fazit
Nun, da Sie die wichtigsten technologischen Trends von 2024 kennen, ist es an Ihnen zu handeln! Beginnen Sie damit, die Ziele Ihres Unternehmens mittelfristig und langfristig aufzulisten. Dann identifizieren Sie die Innovationen, die Ihnen helfen können, diese zu erreichen, unter Berücksichtigung der Ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen. Ziel ist es nicht unbedingt, allen oben beschriebenen Trends zu folgen, sondern eher diejenigen zu priorisieren, die die beste Rendite bieten.
Denken Sie auch über die Herausforderungen nach, auf die Sie derzeit stoßen. Was kostet Ihre Teams die meiste Zeit? Auf welche Weise können neue Technologien dieses Problem lösen? Wenn Sie sich diese Fragen stellen, wird es einfacher, die einzusetzenden Technologien auszuwählen.
Sie fragen sich, wie Sie diese Herausforderungen identifizieren können? Konsultieren Sie unser White Paper über die Herausforderungen für CIOs im Zeitalter des hybriden Arbeitens:
Zum White Paper
In unserem White Paper "Hybrides Arbeiten: Der CIO im Wandel" erfahren Sie: die 3 Hauptherausforderungen für CIOs im Zeitalter des hybriden Arbeitens; konkrete Ratschläge, um Ihre digitale Transformation zu beschleunigen, Ihre Arbeitsplätze zu sichern und das Mitarbeitererlebnis zu verbessern, sowie Testimonials von 10 CIOs, die in Unternehmen, Verwaltungen und Verbänden arbeiten.
Ähnliche Artikel entdecken

Warum Wandel nicht anhält, mit Nick Osborne
Warum halten organisationale Veränderungen nicht an? In diesem Interview erklärt Nick Osborne, warum die Verbesserung von Rollen, Entscheidungsfindung und Zusammenarbeit oft nur kurzfristige Wirkung zeigt – ohne dauerhafte Transformation – und was sich wirklich in der Tiefe abspielt.


