Hybrides Arbeiten: Wie sichern Sie die von Ihren Mitarbeitenden geteilten Daten?

Mit dem Boom der hybriden Arbeit infolge der Covid-19-Krise steigern Cyberkriminelle ihre Kreativität, um in IT-Systeme einzudringen. So haben laut einer Tanium-Studie aus dem Jahr 2020 90 % der Unternehmen seit März 2020 einen Anstieg von Cyberangriffen verzeichnet. Da ein Cyberangriff ein Kleinst- oder Kleinunternehmen etwa 35.000 € kostet¹, sollte dieses Risiko nicht auf die leichte Schulter genommen werden! Um dieser wachsenden Bedrohung entgegenzuwirken, muss die IT-Abteilung mehr denn je in die IT-Sicherheit investieren. In diesem Artikel stellen wir Ihnen die wichtigsten Cyberrisiken vor, die es zu berücksichtigen gilt, sowie die Best Practices, die Sie einführen sollten, um die von Ihren remote arbeitenden Mitarbeitenden geteilten Daten zu sichern.

Welche Cyberrisiken gibt es?
Phishing
Phishing, also das Abgreifen von Unternehmensdaten für böswillige Zwecke, ist die Hauptursache von IT-Sicherheitsvorfällen im Homeoffice. So lautet das Fazit des Berichts „Securing the Future of Hybrid Working" von Tessian. Zwischen März und Juli 2020 verzeichnete jede dritte Organisation einen Anstieg von Ransomware-Angriffen durch Phishing-E-Mails. Diese Zahlen werden auch durch eine Deloitte-Studie aus dem Jahr 2020 bestätigt, wonach 25 % der Arbeitnehmenden seit Beginn der Covid-19-Krise einen Anstieg von betrügerischen E-Mails und Phishing-Versuchen beobachtet haben.
Interne Bedrohungen
Neben Phishing spielen auch interne Bedrohungen eine Rolle: Laut Tessian sind 43 % der Sicherheitsvorfälle darauf zurückzuführen. Zwischen März und Juni 2020 waren beispielsweise fast die Hälfte aller Unternehmen Opfer eines Datenlecks.² Diese internen Bedrohungen, die oft auf Fahrlässigkeit der Mitarbeitenden zurückzuführen sind, sind für die IT-Abteilung am schwierigsten zu kontrollieren. Der beste Weg, um dieses riskante Verhalten zu vermeiden, besteht darin, die Cyberrisiken stärker sichtbar zu machen, die Mitarbeitenden zu sensibilisieren und Kontrollmechanismen einzuführen, um bestimmte Verhaltensweisen zu verhindern (zum Beispiel: das Kopieren von Unternehmensdaten durch ausscheidende Mitarbeitende).
BYOD
Das in den 2000er Jahren populär gewordene BYOD (Bring Your Own Device) wird in Unternehmen immer häufiger eingesetzt, insbesondere von Mitarbeitenden im Homeoffice. Laut dem Bitglass-Bericht 2018 erlauben 85 % der Unternehmen ihren Mitarbeitenden, auf persönlichen Geräten zu arbeiten. Wenn sie jedoch nicht gut geregelt ist, kann eine solche Richtlinie die Cyberrisiken erheblich erhöhen, wie z. B. Datenverlust oder -lecks, Phishing, Vireninfektionen oder Shadow IT.
Allerdings sensibilisieren viele Unternehmen ihre Mitarbeitenden kaum – oder gar nicht – für diese Risiken. So gaben mehr als die Hälfte der Mitarbeitenden im Homeoffice während des ersten Lockdowns an, keine Schulung zur Bekämpfung von Cyberbedrohungen erhalten zu haben.³
Die Vervielfältigung der genutzten Geräte, insbesondere Smartphones, ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt. Laut dem Verizon Mobile Security Index 2020 berichteten fast 40 % der Unternehmen, einem Angriff auf die mobilen Geräte ihrer Mitarbeitenden ausgesetzt gewesen zu sein.
Das Shadow IT
Schließlich neigen Remote-Arbeit und BYOD auch dazu, das Shadow IT zu verstärken, also die Nutzung von Hard- oder Software, die nicht von der IT-Abteilung genehmigt wurde. Dieses Phänomen, das Organisationen anfälliger für Cyberangriffe macht, mangelt es jedoch an Sichtbarkeit. Laut dem Shadow-IT-Bericht des CESIN nutzen Mitarbeitende im Unternehmen durchschnittlich 1700 Cloud-Anwendungen, während die IT-Abteilung nur 30 bis 40 davon erfasst.
Infolgedessen betrachten fast 50 % der IT-Verantwortlichen dieses Phänomen als ein wesentliches Risiko im Homeoffice.⁴ Allerdings geben nur 22 % der Unternehmen an, strikte Regeln zur Verwaltung dieser Bedrohung eingeführt zu haben.⁵
Die Best Practices der IT-Abteilung

[Dieser Teil des Artikels ist aus dem Whitepaper „ Zukunft der Arbeit: Platz für hybrides Arbeiten! " entnommen >>> Kostenlosen Zugang zum vollständigen Whitepaper]
Die Arbeitsumgebung sichern
Um die Datensicherheit zu gewährleisten, sollte die IT-Abteilung so weit wie möglich die Nutzung von unternehmensseitig bereitgestellten Geräten bevorzugen, die zuvor gesichert wurden. Falls Ihr Unternehmen dennoch eine BYOD-Richtlinie beibehalten möchte, darf nicht vergessen werden, den Mitarbeitenden klare Sicherheitsrichtlinien mitzuteilen, was sie tun müssen, um die Cybersicherheitsrisiken zu minimieren.
Die IT-Abteilung kann auch ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) einrichten, das die Vertraulichkeit der Unternehmensdaten schützt, auch wenn Mitarbeitende remote arbeiten. Darüber hinaus kann eine dedizierte Mailbox oder eine Gesprächsgruppe (zum Beispiel in Ihrem internen sozialen Netzwerk) erstellt werden, um mögliche Sicherheitsprobleme zu melden.
Hybrides Arbeiten erfordert auch, alle Ihre Daten in einer privaten Cloud zu zentralisieren, die Mitarbeitenden den Zugriff auf ihre Dokumente jederzeit und überall ermöglicht. Das Unternehmen muss jedoch sicherstellen, dass die Daten in Europa gehostet werden und nicht in den USA, damit sie nicht an amerikanische Behörden weitergegeben werden können (gemäß dem Cloud Act).
Mitarbeitende begleiten und schulen
Mitarbeitende sind sich der Cybersicherheitsgefahren nicht immer bewusst. Daher ist es unerlässlich, sie für dieses Thema zu sensibilisieren und ihnen beizubringen, betrügerische E-Mails zu erkennen. Das Unternehmen kann den Mitarbeitenden zum Beispiel eine Checkliste mit Best Practices bereitstellen: einen Passwort-Manager verwenden, die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren, Anwendungen regelmäßig aktualisieren, nur den beruflichen Computer für die Arbeit nutzen…
Lesen Sie auch: Wie lassen sich Digital Workplace und Cybersicherheit vereinen?
Um Shadow IT zu minimieren, muss die IT-Abteilung den Mitarbeitenden eine Liste genehmigter Anwendungen zur Verfügung stellen, aber auch deren Bedürfnissen gegenüber offen bleiben und ihnen signalisieren, dass sie für die Einführung neuer Tools offen ist.
Die richtigen Tools einsetzen
Falls die aktuellen Tools den Bedürfnissen der Mitarbeitenden nicht zu entsprechen scheinen, kann die IT-Abteilung die Mitarbeitenden ermutigen, die von ihnen genutzten Anwendungen mitzuteilen. Sie kann dann prüfen, ob diese Tools für die Organisation ausreichend sicher sind und ggf. geeignetere Alternativen vorschlagen.
Der Wechsel in ein hybrides Arbeitsmodell erfordert, Tools zu nutzen, die sich an die neuen Nutzungsgewohnheiten der Mitarbeitenden anpassen und ihnen ermöglichen, remote zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten. Um all diese Funktionen zu nutzen, entscheiden sich viele Unternehmen für die Digital Workplace: ein sicheres virtuelles Büro, das alle von den Mitarbeitenden genutzten Anwendungen an einem Ort bündelt.
Lesen Sie auch: Welches sind die besten Digital-Workplace-Lösungen?
*
* *
Um die Datensicherheit Ihres Unternehmens sowohl im Homeoffice als auch vor Ort zu gewährleisten, ist es vor allem wichtig, Ihre Mitarbeitenden für die Cybersicherheitsfragen zu sensibilisieren, insbesondere durch Schulungen, aber auch durch die Verbreitung von Best Practices. Die Wahl der Tools ist ebenfalls entscheidend. Wenn Mitarbeitende über moderne, wirklich auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Tools verfügen, neigen sie weniger dazu, Anwendungen ohne Wissen der IT-Abteilung herunterzuladen. Das Unternehmen ist dann weniger anfällig für Cyberangriffe.
Möchten Sie mehr über die Herausforderungen und Best Practices des hybriden Arbeitsmodells, das Homeoffice und Präsenzarbeit verbindet, erfahren? Lesen Sie unser Whitepaper zu diesem Thema:
Zum Whitepaper
In unserem Whitepaper „ Zukunft der Arbeit: Platz für hybrides Arbeiten! " erfahren Sie: die 8 wichtigsten Herausforderungen des hybriden Arbeitens; die Best Practices, die Manager, HR, die interne Kommunikation, die IT-Abteilung und Mitarbeitende einführen sollten; sowie die Tools, die zur Erleichterung des hybriden Arbeitens eingesetzt werden sollten.
¹ Artikel Hiscox 2020
² Tessian-Bericht 2020 „Securing the Future of Hybrid Working"
³ CrowdStrike-Studie vom April 2020
⁴ Checkpoint-Studie vom April 2020
⁵ ManageEngine-Bericht 2020
_
Autorin: Emmanuelle Abensur


