Zukunft der Arbeit

Die 12 Technologietrends 2022 laut Gartner

ARTIKEL VERFASST VON
Emmanuelle Abensur
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Heute ist die IT-Abteilung (CIO) zu einer echten strategischen Funktion geworden und muss innovieren, um das Unternehmenswachstum zu fördern und die digitale Transformation zu beschleunigen. Auf welche Technologien sollte man in den nächsten Jahren setzen? Und welchen ROI kann man davon erwarten? Das ist Gegenstand dieses neuen Gartner-Berichts, der 12 strategische Technologietrends für das Jahr 2022 identifiziert hat:

Hier ist eine Zusammenfassung dieser Technologietrends.

Aperçu des 12 tendances technologiques stratégique pour 2022 selon le rapport Gartner

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1. Data Fabric

Noch heute sind Daten häufig in Anwendungen isoliert und werden nicht so genutzt, wie sie es sein sollten. Ein neuer Trend beantwortet nun diese Problematik: Data Fabric.

Data Fabric – auch als Datenteppich bezeichnet – ist eine Architektur, die den Data Fabric-Ansatz nutzt, um den Zugang zu und die Nutzung von Daten in einer Vielzahl von Umgebungen zu erleichtern und damit ihren Mehrwert zu optimieren. Laut Gartner könnte sie den Aufwand für die Datenverwaltung um bis zu 70 % reduzieren.

Bis 2024 schätzt das Institut, dass die Implementierung von Data Fabric die Datennutzung viermal effizienter machen und menschliche Datenverwaltungsaufgaben um die Hälfte reduzieren wird.

2. Cybersecurity Mesh

Seit der Ausbreitung von Homeoffice sind Cyberangriffe auf Unternehmen stark angestiegen. Im Jahr 2020 schätzt die ANSSI, dass sie sich sogar vervierfacht haben!

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Um Cyber-Risiken vorzubeugen, empfiehlt Gartner den Unternehmen die Einführung eines Cybersecurity Mesh, also eines verteilten Architekturansatzes, der es ermöglicht, individuelle Sicherheitsperimeter um jeden Zugangspunkt eines IT-Assets zu definieren – statt einem einzigen Perimeter nach dem „Burggraben"-Prinzip. Das Ziel ist es, die Sicherheit aller Zugangspunkte zu stärken und so zu verhindern, dass Angreifer eine Sicherheitslücke ausnutzen, um auf das gesamte Netzwerk zuzugreifen.

Laut Gartner würde die Einführung einer Cybersecurity-Mesh-Architektur bis 2024 die Kosten von Cybervorfällen um rund 90 % senken.

3. Confidential Computing

Um die Sicherheit und Vertraulichkeit aller ihrer Daten zu gewährleisten, müssen Unternehmen auch Initiativen rund um Confidential Computing umsetzen. So können sie sensible Daten teilen, ohne deren Vertraulichkeit zu gefährden (beispielsweise durch Verschlüsselung, Aufteilung oder Vorverarbeitung der Daten).

Bis 2025 sollen 60 % der Großunternehmen diesen Ansatz für Datenanalyse, Business Intelligence oder Cloud Computing einsetzen.

4. Cloud-native Plattformen

Wenn ein Unternehmen in die Cloud migriert, verlagert es Legacy-Legacy-Anwendungen, die nicht für die Cloud konzipiert sind und daher mehr Wartungsaufwand erfordern. Um den Cloud-Umstieg vollständig auszuschöpfen, müssen Unternehmen diese vererbten monolithischen Anwendungen hinter sich lassen und auf Cloud-native Anwendungen umsteigen, die auf einer Microservices-Architektur basieren.

Im Gegensatz zu traditionellen Anwendungen werden Cloud-native Plattformen direkt in der Cloud entwickelt und sind dort zugänglich. Sie sind daher flexibler und skalierbarer. Dies macht sie weniger abhängig von der Infrastruktur und ermöglicht es, schneller Mehrwert zu schaffen. So schätzt Gartner, dass über 95 % der bis 2025 geplanten neuen digitalen Initiativen auf Cloud-native Plattformen basieren werden.

5. Composable Applications

Um die Transformationsprozesse in ihrem Unternehmen zu beschleunigen, müssen CIOs die Arbeit funktionsübergreifender Teams unterstützen, insbesondere jener, die aus Mitarbeitenden der Vertriebsteams und der IT bestehen. Diese Teams stehen häufig vor zahlreichen Herausforderungen wie mangelnden Programmierkenntnissen, dem Einsatz ungeeigneter Tools und engen Zeitvorgaben.

Diesen Herausforderungen können Composable Applications : Anwendungen, die aus gepackten Geschäftsfähigkeiten (auch Packaged Business Capabilities oder PBC genannt) bestehen – also aus Softwarekomponenten, die jeweils eine spezifische Geschäftskompetenz repräsentieren, entgegenwirken. Durch das Zusammensetzen dieser verschiedenen Module können funktionsübergreifende Teams schnell Anwendungen erstellen, ohne über fortgeschrittene Programmierkenntnisse zu verfügen.

6. Decision Intelligence

Bis 2023 werden mehr als ein Drittel der Großunternehmen Decision Intelligence für strategische Entscheidungen nutzen. Decision Intelligence bezeichnet die Gesamtheit der Methoden, mit denen Entscheidungsprozesse und -modelle entworfen, modelliert, ausgeführt, bewertet und angepasst werden können. Das Ziel: schnellere und intelligentere Entscheidungen zu treffen, indem man auf künstliche Intelligenz, Machine Learning, Deep Learning oder prädiktive Analysen zurückgreift.

Decision Intelligence kann auf vielfältige Weise eingesetzt werden, etwa um das Verhalten von Verbrauchern zu analysieren, die Strategie eines Mitbewerbers zu untersuchen oder die mit einer strategischen Entscheidung verbundenen Risiken vorherzusagen.

7. Hyperautomation

Die zunehmende Bedeutung von Digitalisierung und operativer Exzellenz unterstreicht heute den Bedarf, die Automatisierung in Unternehmen auszubauen und auf mehr Bereiche auszudehnen. Daher entstand das Konzept der Hyperautomation.

Dieser Ansatz zielt darauf ab, möglichst viele Geschäfts- und IT-Prozesse zu identifizieren, zu bewerten und zu automatisieren – mithilfe verschiedener Tools und Technologien. Dies kann durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz, Robotic Process Automation (RPA), Business-Process-Management-Suites, IPaaS-Plattformen (Integration Platform as a Service), Low-Code- und No-Code-Tools usw. erfolgen.

Hyperautomation ermöglicht es so, die Unternehmensleistung zu steigern, Fehlerrisiken zu reduzieren und auch das Wohlbefinden der Mitarbeitenden bei der Arbeit zu verbessern, da diese keine Zeit mehr mit aufwendigen Aufgaben mit geringem Mehrwert verbringen müssen.

8. KI-Engineering

Aufgrund von Problemen bei der Tragfähigkeit, Skalierbarkeit oder Governance schaffen es nur 53 % der KI-Projekte, vom Prototyp zum Produkt zu werden.

Um dieser Problematik zu begegnen, müssen Unternehmen auf KI-Engineering setzen: einen integrierten Ansatz, der es ermöglicht, KI-Modelle schneller in den Betrieb zu überführen. Dank KI-Engineering werden KI-Projekte nun in den DevOps-Prozess integriert, was ihre Produktionseinführung beschleunigt und ihren kommerziellen Mehrwert optimiert.

„Bis 2025 werden die 10 % der Unternehmen, die KI-Engineering-Praktiken einführen, mindestens dreimal mehr Wert generieren als die 90 % der Unternehmen, die diesem Trend nicht folgen", schätzt David Groombridge, VP Analyst bei Gartner.

9. Das verteilte Unternehmen

Auch wenn es noch weit von der Norm entfernt ist, gewinnt das verteilte Unternehmen in der Geschäftswelt langsam an Boden. In diesem Unternehmen ohne festen Bürostandort arbeiten alle Mitarbeitenden 100 % der Zeit remote. Eine Arbeitsweise, die den Mitarbeitenden mehr Flexibilität bietet und das für Büros vorgesehene Budget einspart.

Laut Gartner kann dieser Ansatz auch auf die Kunden und Interessenten des Unternehmens angewendet werden, um ihnen ein digitalisierteres Erlebnis zu bieten, das an ihre neuen Arbeitsweisen und Konsumgewohnheiten angepasst ist. Dies wurde beispielsweise bei der amerikanischen Investmentbank Merrill Lynch umgesetzt. Sie bietet ihren Kunden an, mithilfe eines Geolokalisierungssystems einen Finanzberater in ihrer Nähe zu finden.

Bis 2023 werden drei Viertel der Unternehmen, die diesem Trend folgen, ihre Umsätze 25 % schneller steigern als ihre Mitbewerber.

10. Total Experience (TX)

Unter den Technologietrends 2022 spielt auch die Total Experience (TX) eine entscheidende Rolle. Ihr Ziel: alle Erfahrungen, die das Unternehmen seinen Kunden, Nutzern und Mitarbeitenden bietet, miteinander zu verknüpfen und zu verbessern. Bis 2026 schätzt Gartner, dass 60 % der Großunternehmen diesen 360°-Ansatz einführen werden, um ihr Geschäftsmodell zu transformieren und damit die Kundenerfahrung und die Mitarbeitendenerfahrung zu optimieren.

Einige Unternehmen haben diesen Trend bereits aufgegriffen. So nutzt beispielsweise die Investment-App Fidelity Spire Datenanalyse und künstliche Intelligenz, um das Verhalten ihrer Kunden vorherzusagen und Schulungssimulationen für ihre Mitarbeitenden zu erstellen. Das Ergebnis: Dieses vereinheitlichte Erlebnis ermöglicht es ihr gleichzeitig, das Onboarding der Nutzer in der App zu optimieren und die Arbeit der Berater zu erleichtern.

11. Autonome Systeme

Autonome Systeme stehen ebenfalls auf der Liste der zu beobachtenden Technologietrends für 2022. Laut Gartner handelt es sich dabei um selbstverwaltende physische Systeme oder Software, die aus ihrer Umgebung lernen. Im Gegensatz zu automatisierten Systemen sind sie in der Lage, ihre eigenen Algorithmen ohne Software-Updates zu verändern, was es ihnen ermöglicht, sich schneller an Veränderungen anzupassen.

Autonome Systeme können auf verschiedene Technologien zurückgreifen. So setzt Ericsson beispielsweise auf autonome Systeme, die Reinforcement Learning und digitale Zwillinge nutzen, um die Leistung seiner 5G-Netze zu optimieren.

12. Generative KI

Generative künstliche Intelligenz wird in den nächsten Jahren ebenfalls an Bedeutung gewinnen: Bis 2025 wird sie 10 % der weltweit generierten Daten ausmachen (gegenüber weniger als 1 % heute).

Diese neue Form der KI ist in der Lage, aus bestehenden Inhalten zu lernen (Text-, Audio-, Bilddateien usw.) anhand von Datenstichproben, um neue originelle Inhalte zu erstellen. Sie ist damit ein leistungsstarker Innovationsmotor für Unternehmen.

Im Pharmasektor ermöglicht generative KI die Beschleunigung der Entdeckung neuer Medikamente und die Senkung der damit verbundenen Kosten. So schätzt Gartner, dass 30 % der neuen Medikamente und Materialien bis 2025 dank dieser Technologie entdeckt werden.

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Cybersicherheit, künstliche Intelligenz, Automatisierung, hybrides Arbeiten… Im Jahr 2022 müssen CIOs zahlreiche Technologietrends antizipieren. Natürlich betreffen sie nicht alle zwingend jeden. Ihre Aufgabe wird darin bestehen, jene zu priorisieren, die ihnen je nach Branche und Unternehmensgröße am relevantesten erscheinen.

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