Nach COVID: Welche Zukunft hat das Homeoffice?

Ob Sie als HR-Führungskraft, Leiter einer IT-Abteilung oder Manager tätig sind – die erzwungene Einführung von Homeoffice im großen Maßstab ist ein zentrales Phänomen in der Arbeitswelt. Eine (R)evolution, die bei den Arbeitnehmenden neue Nutzungsgewohnheiten und zusätzliche Erwartungen geweckt hat. Also: Welche Zukunft hat das Homeoffice?
Der Auszug aus unserer untenstehenden Infografik beleuchtet die zentralen Fragen:

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Homeoffice : ein plötzlicher und massiver Boom infolge von COVID-19
Obwohl das Homeoffice seit (mindestens) der Einführung von Breitband-Internet in französischen Haushalten existiert – also seit Mitte der 2000er Jahre – war die Zahl der französischen Arbeitnehmenden, die davon profitierten, noch immer gering.
So schätzte die DARES im November 2019, dass 7,2 % der französischen Arbeitnehmenden im Homeoffice tätig waren, davon ein großer Teil nur „gelegentlich".
Kaum 6 Monate später sind infolge der COVID-19-Pandemie bereits über 30 % der französischen Arbeitnehmenden ins Homeoffice gewechselt (Quelle: Odoxa, April 2020). Ein enormer Wandel, der sich in wenigen Wochen vollzog.
Eine Zahl verdeutlicht diesen plötzlichen und massiven Charakter: die Explosion der Downloads von Videokonferenz-Apps in Frankreich (wöchentlicher Vergleich zwischen der 2. Märzwoche 2020 vs. 2019)
Zoom : 22-mal mehr Downloads als im selben Zeitraum 2019.
Teams : 16-mal mehr Downloads als im selben Zeitraum 2019.
Hangout : 23-mal mehr Downloads als im selben Zeitraum 2019.
Insgesamt zählt App Annie in dieser Woche 62 Millionen Downloads von Business-Apps, darunter überwiegend Videokonferenz-Apps (d. h. +90 % gegenüber 2019 im gleichen Zeitraum).
Lesen Sie auch: [Homeoffice] Wie lässt sich die tägliche Motivation aufrechterhalten?
Eine Arbeitsweise, die schnell angenommen und bereits von den Arbeitnehmenden eingefordert wird
Nach wenigen Tagen des Lockdowns zeigte eine Studie von Deskeo, dass 76 % der Franzosen im erzwungenen Homeoffice bereits ihr Büro vermissten.
Der Grund: die Kombination aus „Lockdown + Homeoffice", die für einen nicht unerheblichen Teil der Arbeitnehmenden sehr belastend ist. Enge Wohnverhältnisse, Unmöglichkeit der Isolation (physisch und akustisch), Einsamkeitsgefühle, fehlende auf das Homeoffice ausgelegte Ausstattung …
Doch nach einigen Wochen im Homeoffice hat sich die allgemeine Sichtweise deutlich gewandelt.
Nach 4 Wochen Lockdown zeigen mehrere Studien, dass diese Homeoffice-Erfahrung nun weitgehend positiv bewertet wird:
- 71 % der Personen, die noch nie zuvor von zu Hause aus gearbeitet hatten, geben an, künftig mindestens einen Tag pro Woche remote arbeiten zu wollen (Colliers International – 15.04.2020)
- 79 % der Arbeitnehmenden, die nach dem Lockdown mehr Homeoffice wollen, sind sogar bereit, dafür auf ihren festen Arbeitsplatz zu verzichten (Deskeo – 14.04.2020)
Sind französische Unternehmen bereit für einen Wandel?
Bislang haben nur die Arbeitnehmenden die Frage beantwortet. Denn die Arbeitgeber befinden sich – völlig legitim – noch in der Überlegungsphase; es ist noch zu früh, als dass sie sich festlegen könnten.
Wenn die Arbeitnehmenden zu Wort kommen, lassen sie durchblicken, dass sie kaum an eine „Revolution des Homeoffice" glauben.
Hier ist, was sie über die Haltung ihres Arbeitgebers gegenüber dem Homeoffice denken:
- Eher befürwortend (51 %),
- Vollständig befürwortend (4 %)
- Eher dagegen (36 %),
- Vollständig dagegen (8 %)
- Weiß nicht (1 %)
Hier ist, was sie über die möglichen Hindernisse für die Entwicklung des Homeoffice in ihrem Unternehmen denken:
- die Kultur der Präsenzpflicht (39 %),
- die Unvereinbarkeit des Homeoffice mit meinem Beruf (38 %)
- mangelndes Vertrauen (17 %),
- Ablehnung ohne wirklich stichhaltige Begründung (26 %)
Aus unserer Sicht sind dies die aktuell entscheidenden Fragen:
1/ Wird das Homeoffice ein „Vor" und „Nach" COVID-19 kennen?
2/ Wie wird die Geschichte der Fernarbeit in Frankreich geschrieben werden?
3/ Welche Bedeutung haben diese neuen Ansprüche der Arbeitnehmenden im Hinblick auf die Mitarbeitendenerfahrung?
Führungskräfte und Manager öffentlicher oder privater Einrichtungen sowie die Verantwortlichen der Abteilungen Personalwesen und IT werden rasch auf diese Fragen antworten müssen.
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Autoren: Benoît Renoul, Hugo Bessaguet
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