Organisatorische Transformation

Wie modernisiert man sein Informationssystem?

ARTIKEL VERFASST VON
Emmanuelle Abensur
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5
Minuten

Um die laufenden Transformationen in der Organisation zu beschleunigen, muss die IT-Abteilung ihr Informationssystem heute modernisieren, das heißt veraltete Software, Infrastruktur und Hardware (auch als Legacy-Systeme bezeichnet, oder Legacy) kontinuierlich aktualisieren.

Diese alternden Systeme sind einer der größten Bremsklötze bei der digitalen Transformation, da ihre Wartung kostspielig ist und sie schlecht mit modernerer Software kommunizieren, was zu Datensilos, täglichem Zeitverlust und Sicherheitsrisiken führt.

So schätzen 72 % der IT-Leiter, dass Legacy ihre Fähigkeit einschränkt, ihre digitalen Projekte umzusetzen, wie eine aktuelle Couchbase-Studie belegt. Die Modernisierung des Informationssystems ist daher ein zentrales Thema bei der Beschleunigung der digitalen Transformation. Die IT-Verantwortlichen haben das verstanden, denn die Hälfte von ihnen hatte bereits beschlossen, Ausgaben für Cloud-Lösungen im Jahr 2021¹ zu priorisieren.

Natürlich erfordert jedes Modernisierungsprojekt eine gewisse Methodik. Welche sind die wichtigsten Schritte zur Modernisierung des Informationssystems? Und wie kann die Architekturierung des Informationssystems dabei helfen? Erklärungen!

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Die Modernisierung des Informationssystems – Schritt für Schritt

Laut Gartner kann ein Modernisierungsprojekt des Informationssystems in 3 Schritten durchgeführt werden:

  • Schritt 1/3: Bestehende Anwendungen bewerten anhand von 6 Indikatoren:
    • ihrer Fähigkeit, die Anforderungen der Organisation zu erfüllen,
    • dem Mehrwert, den sie generieren,
    • ihrer Agilität,
    • den Kosten,
    • ihrem Komplexitätsniveau,
    • und den damit verbundenen Risiken.

Wenn bestimmte Anwendungen bei mehreren dieser Indikatoren Ihre Kriterien nicht erfüllen, ist es höchste Zeit, sie zu modernisieren!

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  • Schritt 2/3: Die verschiedenen möglichen Modernisierungsansätze erkunden. Gartner schlägt insbesondere 7 Modelle vor, aus denen man vom einfachsten zum komplexesten wählen kann:
  1. Eine Microservices-Infrastruktur einführen, um Anwendungen besser zu nutzen
  2. Anwendungen auf eine andere Infrastruktur (physisch, virtuell oder Cloud) umziehen
  3. Anwendungen in eine andere Ausführungsumgebung in der Cloud migrieren
  4. Anwendungen refaktorisieren
  5. Anwendungen, die eine wesentliche Code-Änderung erfordern, re-architekturieren
  6. Anwendungen von Grund auf neu entwickeln
  7. Anwendungen durch besser geeignete Alternativen ersetzen
  • Schritt 3/3: Den geeignetsten Modernisierungsansatz auswählen und einführen

Um sein Informationssystem zu modernisieren, hat Johnny Cervantes, IT-Leiter von WeLink (ein auf IT-Projektbegleitung spezialisiertes Unternehmen), beispielsweise beschlossen,zu einer hybriden Cloud-Infrastruktur" zu migrieren, d. h. einer Cloud-Umgebung, die eine lokale Infrastruktur, eine öffentliche Cloud und eine private Cloud kombiniert. Flexibler als eine reine Private-Cloud-Lösung ermöglicht die Hybrid-Cloud insbesondere den einfacheren Fernzugriff auf Unternehmensdaten und -anwendungen sowie eine stärkere Absicherung der Infrastruktur.

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Die Architekturierung des Informationssystems – ein zentraler Modernisierungshebel

Ihr Modernisierungsprojekt kann auch mit einer Architekturierung des Informationssystems einhergehen. Dieser Ansatz zielt darauf ab, das Informationssystem in kommunizierende Funktionsblöcke zu strukturieren, um

  • es zu vereinfachen,
  • seine Leistung zu verbessern,
  • und es agiler zu machen.

Lesen Sie auch: 5 Architekturregeln für Ihr Informationssystem

Die IS-Architekturierung aus Sicht der IT-Verantwortlichen

Bei Doctolib ist diese Architekturierung eine echte tägliche Herausforderung. „Wir nutzen heute intern mehr als 200 SaaS-Anwendungen. Die Herausforderung besteht darin, ihre Skalierbarkeit zu gewährleisten, d. h. sicherzustellen, dass wir nicht mehrere verschiedene Anwendungen für denselben Zweck einsetzen, dass diese Anwendungen gemeinsame Architekturregeln befolgen und dass die verschiedenen Geschäftsprozesse zwischen den Anwendungen so weit wie möglich automatisiert sind – mit dem Ziel, ihre operative Leistung zu verbessern", berichtet Sébastien Louyot, Direktor IT Services.

Dieser Ansatz ist übrigens nicht auf Unternehmen beschränkt. Wie Lionel Babin, Direktor für Informations- und Digitalsysteme der Wohltätigkeitsorganisation Les Petits Frères des Pauvres, erklärt, betrifft die IS-Architekturierung selbstverständlich auch Verbände:

„Vor etwa zehn Jahren wurden Verbände noch ziemlich improvisiert geführt. Heute haben sie sich stark professionalisiert, was es erforderlich macht, das Informationssystem wie in einem Unternehmen zu strukturieren. Seit der Gründung der IT-Abteilung bei den Petits Frères des Pauvres sind wir von einer Organisation, in der jede Direktion ihre eigenen Projekte verwaltete, zu einem zentralisierten Projektmanagement aus allen Direktionen übergegangen.

Mehrere Projekte wurden durchgeführt, um unser Informationssystem zu strukturieren. Wir haben ein HRIS und eine E-Learning-Plattform für Mitarbeitende und Ehrenamtliche eingeführt, unser Intranet neu gestaltet und die Identitäts- und Authentifizierungsverwaltung von Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen über eine IAM-Lösung (Identity and Access Management) zentralisiert, um Ein- und Austrittsprozesse einfacher zu steuern."

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Im Zeitalter der hybriden Arbeit ist die Modernisierung des Informationssystems bei weitem nicht die einzige Herausforderung der IT-Verantwortlichen. Sie müssen auch neue digitale Tools einführen, in die Arbeitsumgebung investieren, mobile Arbeitsplätze absichern und vieles mehr.

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Dieser Artikel ist ein Auszug aus unserem White Paper „Hybride Arbeit: die IT-Abteilung vor neuen Herausforderungen". Darin erfahren Sie: die 3 größten Herausforderungen für IT-Verantwortliche im Zeitalter hybrider Arbeit; konkrete Ratschläge zur Beschleunigung Ihrer digitalen Transformation, zur Absicherung Ihrer Arbeitsplätze und zur Verbesserung der Mitarbeitendenerfahrung, sowie Erfahrungsberichte von 10 IT-Führungskräften aus Unternehmen, Behörden und Verbänden.

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¹ Dynabook-Studie „The Hybrid Shift: Managing an increasingly remote workforce" (2021)

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