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Recht auf Nichterreichbarkeit: Initiativen von Unternehmen

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In den letzten Jahren haben viele Unternehmen Initiativen ergriffen, um das Recht auf Nichterreichbarkeit zu fördern. Ziel: die Gesundheit der Mitarbeitenden zu schützen, und ihnen zu helfen, eine gesunde Balance zwischen Privat- und Berufsleben zu bewahren, egal ob sie im Büro oder remote arbeiten. Um Ihnen bei der Entwicklung eigener Regelungen zu helfen, haben wir mehrere Beispiele für Maßnahmen identifiziert, die in französischen und internationalen Unternehmen umgesetzt wurden. Hier die wichtigsten:

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E-Mails einschränken

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Laut einer Adobe-Studie von 2017, verbringen französische Führungskräfte mehr als 5 Stunden täglich mit dem Bearbeiten ihrer E-Mails. Eine erhebliche Zeitspanne, die Mitarbeitende manchmal dazu zwingt, außerhalb ihrer Arbeitszeit auf E-Mails zu antworten.

Um das Recht auf Nichterreichbarkeit zu wahren, empfiehlt Philippe Pinault, CEO von Talkspirit, E-Mails zeitverzögert zu versenden, damit sie zu normalen Zeiten ankommen, oder einen Hinweis hinzuzufügen, der klarstellt, dass der Empfänger nicht sofort antworten muss".

So wurde es bei La Poste umgesetzt: Während der Nichterreichbarkeitszeiten erscheint ein Warnfenster auf dem Bildschirm, das dem Mitarbeitenden anbietet, den Versand der E-Mail zu verzögern oder den Versand zu bestätigen, wenn das Thema dringend ist. Folgender Hinweis wird auch in der E-Mail-Signatur hinzugefügt: „Wenn Sie diese E-Mail außerhalb Ihrer Arbeitszeiten oder während Ihres Urlaubs erhalten, müssen Sie nicht sofort antworten, außer in außergewöhnlichen Dringlichkeitsfällen."

Andere Unternehmen haben ebenfalls E-Mail-freie Tage eingeführt, damit Mitarbeitende von digitalen Tools abschalten können. Der japanische Konzern Rakuten beispielsweise organisiert jeden Monat einen halben Tag ohne E-Mails, um die direkte Kommunikation zwischen den Mitarbeitenden zu fördern.

Ein radikalerer Ansatz wurde beim deutschen Konzern Daimler eingeführt. Seit 2014 löscht das Unternehmen E-Mails, die während des Urlaubs der Mitarbeitenden eingehen, automatisch. Der Absender wird informiert und an eine andere Person weitergeleitet, die auf seine Anfrage antworten kann. So ist der Mitarbeitende nicht mehr versucht, im Urlaub seine E-Mails zu lesen, und verliert bei der Rückkehr keine Zeit damit, sie zu sortieren.

Abschaltphasen einführen

Mehrere Unternehmen praktizieren Abschaltphasen sowohl während als auch außerhalb der Arbeitszeiten.

Bei Orange können Mitarbeitende sich zwei Stunden täglich von ihren digitalen Kommunikationstools abkoppeln, um bei ihrer Arbeit nicht gestört zu werden. Darüber hinaus sind die Mitarbeitenden dazu angehalten, während Meetings den Chat nicht zu nutzen, um konzentrierter zu bleiben.

Gleiches gilt beim Konzern Intel, der jeden Dienstagmorgen stille Zeiten einführt, während derer Messaging-Dienste und Mobiltelefone ausgeschaltet sind. Mitarbeitende können auch ein „Bitte nicht stören"-Schild vor ihre Bürotür stellen.

In manchen Unternehmen werden Abschaltphasen sogar vorgeschrieben. So ist es bei Volkswagen, das den Zugang zu seinen Servern werktags von 18:15 bis 7:00 Uhr und am Wochenende sperrt. Eine wirksame Maßnahme, die jedoch nicht unbedingt dem Flexibilitätsbedürfnis der Mitarbeitenden entspricht.

Die Kommunikation auf einer einzigen Plattform zentralisieren

Immer mehr Unternehmen wenden sich an soziale Unternehmensnetzwerke oder kollaborative Plattformen, um die Kommunikation zu zentralisieren und den internen E-Mail-Verkehr zu reduzieren. So etwa die Agentur Bergamote, der es gelungen ist, ihre internen E-Mails um 95 % zu reduzieren, indem sie die Plattform Talkspirit eingeführt hat. Schluss mit mehrfachen Informationsflüssen: Die Mitarbeitenden können nun dank einem integrierten Instant-Messaging- und Videokonferenz-Tool an einem einzigen Ort kommunizieren.

Lesen Sie auch: Fallstudie der Agentur Bergamote

Die Plattform ermöglicht es außerdem, Verfügbarkeitszeiträume und Abschaltphasen einzurichten. „Es ist möglich, Benachrichtigungen abends und am Wochenende zu deaktivieren oder den eigenen Status zu ändern, um Mitarbeitende darum zu bitten, in einem bestimmten Zeitraum nicht gestört zu werden", erklärt Philippe Pinault, Mitgründer und CEO.

„Das Tool ermöglicht es Mitarbeitenden, verschiedene Kommunikationskanäle zu abonnieren, sodass sie nur die für sie relevanten Informationen erhalten. Darüber hinaus gibt es eine Option, die es erlaubt, Beiträge im Voraus zu planen, damit diese nur während der Arbeitszeiten erscheinen."

So werden bei Food Emotion, dem Gastronomiezweig der Gruppe Ariane, alle offiziellen Mitteilungen ausschließlich zwischen 8 und 18 Uhr auf Talkspirit veröffentlicht", erklärt Jérémy Dagot, Trade Marketing Manager. So können Mitarbeitende abends und am Wochenende vollständig abschalten.

Lesen Sie auch: Vergleich der besten sozialen Unternehmensnetzwerke

Die Verbindungen zu digitalen Tools analysieren

Es können auch Kontrollmechanismen für Verbindungsdauern und -zeiten eingeführt werden, um Hypervernetzung zu vermeiden.

Zum Beispiel kontrolliert Michelin die Remote-Verbindungen seiner Mitarbeitenden abends und am Wochenende, um sicherzustellen, dass sie keine Überstunden machen. Sobald ein Mitarbeitender sich mindestens fünfmal pro Monat außerhalb seiner Arbeitszeit einloggt, wird eine E-Mail an seine Führungskraft gesendet, die anschließend einen Termin mit dem Mitarbeitenden vereinbaren muss.

Achten Sie jedoch darauf, solche Tools nicht zu missbrauchen, damit Mitarbeitende sich nicht dauerhaft „überwacht" fühlen.

Entspannungsbereiche einrichten

Ruheräume, Cafeterien, Fitnessstudios, Spielräume… Entspannungsbereiche erfreuen sich in Unternehmen zunehmender Beliebtheit. Die Mitarbeitenden können so von ihrer Arbeit abschalten, ohne das Unternehmen zu verlassen.

Bei Renault in den Räumlichkeiten von Plessis-Robinson empfängt ein „Calm Space", der von 9 bis 20 Uhr zugänglich ist, täglich etwa 60 Personen. Mitarbeitende können dort ein Nickerchen machen oder einfach eine Pause einlegen, um den Kopf freizubekommen.

Am französischen Hauptsitz von Adidas in Landersheim (bei Straßburg) ermöglicht ein Zen-Bereich mit Massagesesseln den Mitarbeitenden sogar, sich bei der Arbeit massieren zu lassen!

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Zum Whitepaper

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Whitepaper „Recht auf Nichterreichbarkeit: Überlebensratgeber im Homeoffice". Darin erfahren Sie: die Herausforderungen des Rechts auf Nichterreichbarkeit, Best Practices zur Umsetzung sowie konkrete Beispiele für Initiativen in Unternehmen.

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Autorin: Emmanuelle Abensur

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