Enterprise Social Network: Definition

- Ein Enterprise Social Network (ESN) ist eine interne, geschlossene und nur auf Einladung zugängliche Kollaborationsplattform, die die Prinzipien sozialer Netzwerke aufgreift, um Informationen zwischen allen Mitarbeitenden in Umlauf zu bringen.
- Eingeladen werden alle Beteiligten des Unternehmens: Geschäftsführung, Führungskräfte und Mitarbeitende, White Collar wie Blue Collar, und je nach getroffener Entscheidung auch externe Partner und Dienstleister.
- Man findet dort ein persönliches Profil, einen Newsfeed, Gruppen nach Community, einen Bereich für die Dokumentenablage und den Austausch in Echtzeit per Chat oder Video.
- Das ESN unterscheidet sich vom beruflichen sozialen Netzwerk: geschlossener Zugang statt freier Anmeldung, nur für Mitglieder sichtbare Profile statt öffentlicher Profile, interne Nutzung statt persönlicher Nutzung.
- Es ist auch kein Intranet, das ein Ort der reinen Top-down-Veröffentlichung bleibt, und kein einfacher Team-Messenger.
- Im Französischen bezeichnet das Kürzel RSE außerdem die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen, ein Begriff ohne Bezug zu dem hier behandelten.
Das Wort „Netzwerk“ ist in der Arbeitswelt nichts Neues: Messen, Clubs, Alumni-Kreise und Unternehmernetzwerke gab es lange vor dem Internet. Was die sozialen Plattformen verändert haben, sind Umfang und Geschwindigkeit des Austauschs, und zwar über genau den Motor, der auch das Geschäft antreibt: die zwischenmenschlichen Beziehungen. Diese Beziehungen wieder in den Mittelpunkt der Arbeit im Unternehmen zu stellen, ist das Ziel eines Enterprise Social Network. Bleibt die Frage, was der Begriff genau umfasst.
Was ist ein Enterprise Social Network?

Ein Enterprise Social Network ist eine unternehmensinterne Kollaborationsplattform. Sie greift definitionsgemäß die Prinzipien eines sozialen Netzwerks auf und soll die Kommunikation zwischen allen Mitarbeitenden fördern.
Das Enterprise Social Network (oder ESN) ist geschlossen. Privat. Nur auf Einladung zugänglich.
Eingeladen werden können alle Beteiligten des Unternehmensalltags:
- die Geschäftsführung und die Führungskräfte des Unternehmens;
- die Mitarbeitenden des Unternehmens, unabhängig von ihrer Hierarchieebene und ob sie White Collar oder Blue Collar sind;
- je nach den getroffenen Entscheidungen: die externen Beraterinnen und Berater sowie die verschiedenen Partner des Unternehmens: Kunden, Lieferanten, Dienstleister, Partner, Subunternehmer.
Das Ziel: dem Unternehmen ermöglichen, sein gesamtes Ökosystem auf derselben Plattform zu versammeln. Also alle internen und externen Beteiligten seiner Tätigkeit.
Das ESN soll den internen Austausch flüssiger machen und kollaborativeres Arbeiten ermöglichen. Damit bringt es klare Vorteile mit sich:
- eine bessere gemeinsame Nutzung von Ressourcen und Informationen;
- eine Zeitersparnis für die Mitarbeitenden bei der Suche nach Informationen zu einem Projekt;
- eine Stärkung des Zugehörigkeitsgefühls der Mitarbeitenden, indem Verbindungen zwischen ihnen entstehen und sie zu Wort kommen.
Wie sieht ein Enterprise Social Network aus?
Eine Kollaborationsplattform, die die Prinzipien sozialer Netzwerke aufgreift … Was findet man konkret in einem Enterprise Social Network? Wie sieht eine solche Plattform aus?
Wenig überraschend findet man dort die meisten Standards sozialer Netzwerke:
- Jede und jeder hat also ein persönliches Profil
- jede und jeder hat außerdem eine Pinnwand (auch Newsfeed genannt), auf der sich zugleich die von anderen bereitgestellten Informationen abrufen, laufende Diskussionen mitverfolgen und neue Gespräche anstoßen lassen
- ein Gruppensystem erlaubt zudem den Austausch nach Community (z. B. nach Projekt, Standort, Fachteam oder Interessengebiet …), das Teilen von Informationen oder Dokumenten und die Interaktion zu gemeinsamen Themen
- ein Speicherbereich, mit dem sich geteilte Dokumente zentral ablegen und ordnen lassen
- Funktionen für den Austausch in Echtzeit per Chat, Videoanrufe, …
Der Austausch kann so in Echtzeit oder zeitversetzt stattfinden, und es lässt sich leicht nachvollziehen, wer an einem Diskussionsstrang teilnimmt. Vorbei sind damit die endlosen E-Mail-Schleifen, in denen sich die Beteiligten je nach E-Mail selbst einladen oder wieder verschwinden.
Schließlich bringt das Enterprise Social Network etwas mit, das persönlichen sozialen Netzwerken fehlt: die Personalisierung. Da ein ESN das Werkzeug des Unternehmens ist, kann dieses es mit seinen Farben und seinem Logo gestalten, relevante Communitys anlegen, …
ESN und berufliche soziale Netzwerke: Vorsicht vor der Verwechslung
Die Begriffe lassen sich leicht verwechseln. Deshalb lohnt eine Definition, die klar zwischen dem Enterprise Social Network und dem beruflichen sozialen Netzwerk unterscheidet.
Das Enterprise Social Network ist nämlich ausschließlich für den internen Gebrauch bestimmt. Die Profile der Mitarbeitenden sind nur für die anderen Mitglieder des internen Netzwerks sichtbar und keinesfalls öffentlich. Es ist ein geschlossenes Netzwerk auf Einladung, das nur das Ökosystem des Unternehmens versammelt, nämlich seine internen Beteiligten (Geschäftsführung, Führungskräfte und Mitarbeitende) und externen Beteiligten (Kunden, Lieferanten, Dienstleister, Partner und Subunternehmer).
Die beruflichen sozialen Netzwerke dagegen, allen voran LinkedIn oder Viadeo, haben zwar einen „beruflichen“ Zweck, sind aber für den persönlichen Gebrauch bestimmt.
| Kriterium | Enterprise Social Network | Berufliches soziales Netzwerk |
|---|---|---|
| KriteriumZugang | Enterprise Social NetworkGeschlossen, auf Einladung des Unternehmens | Berufliches soziales NetzwerkOffen, freie Anmeldung |
| KriteriumTeilnehmerkreis | Enterprise Social NetworkDie internen und externen Beteiligten des Unternehmens | Berufliches soziales NetzwerkAlle Berufstätigen, unabhängig von ihrem Unternehmen |
| KriteriumSichtbarkeit der Profile | Enterprise Social NetworkAuf die anderen Mitglieder des Netzwerks beschränkt | Berufliches soziales NetzwerkÖffentlich |
| KriteriumZweck | Enterprise Social NetworkInformationen verbreiten und intern gemeinsam arbeiten | Berufliches soziales NetzwerkDas eigene Netzwerk und die eigene Sichtbarkeit pflegen |
| KriteriumWer die Regeln festlegt | Enterprise Social NetworkDas Unternehmen, das die Plattform verwaltet und personalisiert | Berufliches soziales NetzwerkDer Anbieter der Plattform |
Das Enterprise Social Network ist auch kein Intranet und kein einfacher Team-Messenger: Diese Werkzeuge überschneiden sich teilweise und unterscheiden sich in der Nutzung. Der ausführliche Vergleich steht hier: Worin unterscheiden sich E-Mail, Intranet und eine Kollaborationsplattform?
RSE: Achtung, das Kürzel steht für zwei Dinge
Im Französischen steht „RSE“ für zwei Dinge ohne Zusammenhang: für das Enterprise Social Network, um das es hier geht, und für die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen, also die Berücksichtigung sozialer und ökologischer Belange in der Tätigkeit einer Organisation. Meist klärt der Kontext die Mehrdeutigkeit, doch in einer internen Notiz oder einer Ausschreibung schreibt man den Begriff beim ersten Mal besser aus.
Kurz gesagt: Mit dem Enterprise Social Network übernimmt das Unternehmen die Prinzipien jener sozialen Netzwerke, die heute einen sehr großen Platz in unserem Alltag einnehmen. Das ESN ist heute ein befreiendes Werkzeug, um die Postfächer und die Köpfe Ihrer Mitarbeitenden zu entlasten und Ihre interne Kommunikation flüssiger zu machen.
Zum Weiterlesen
Diese Seite bleibt bei der Definition: was ein Enterprise Social Network ist, was man darin findet und was es nicht ist. Drei verwandte Fragen werden an anderer Stelle ausführlich behandelt:
- was das ESN konkret für die Teams verändert: 8 Vorteile eines Enterprise Social Network;
- wie man es einführt und zur Nutzung bringt: Best Practices für die Einführung eines Enterprise Social Network;
- welche Lösungen es auf dem Markt gibt: die 12 besten Enterprise Social Networks.
Autor: Paul Maubareyt
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Häufig gestellte Fragen.
Ein Enterprise Social Network ist eine unternehmensinterne Kollaborationsplattform, die die Prinzipien eines sozialen Netzwerks aufgreift und die Kommunikation zwischen allen Mitarbeitenden fördern soll. Es ist geschlossen, privat und nur auf Einladung zugänglich.
Alle Beteiligten des Unternehmensalltags: die Geschäftsführung und die Führungskräfte, die Mitarbeitenden unabhängig von ihrer Hierarchieebene und ob White Collar oder Blue Collar, und je nach getroffener Entscheidung die externen Beraterinnen und Berater sowie die Partner (Kunden, Lieferanten, Dienstleister, Subunternehmer).
Eine bessere gemeinsame Nutzung von Ressourcen und Informationen, eine Zeitersparnis für die Mitarbeitenden bei der Suche nach Informationen zu einem Projekt und ein stärkeres Zugehörigkeitsgefühl, weil Verbindungen zwischen ihnen entstehen und sie zu Wort kommen.
Die meisten Standards sozialer Netzwerke: ein persönliches Profil, eine Pinnwand (oder einen Newsfeed), ein Gruppensystem für den Austausch nach Community, einen Speicherbereich, um geteilte Dokumente zentral abzulegen und zu ordnen, sowie Funktionen für den Austausch in Echtzeit per Chat oder Videoanruf.
Das Enterprise Social Network ist ausschließlich für den internen Gebrauch bestimmt: Die Profile der Mitarbeitenden sind nur für die anderen Mitglieder des Netzwerks sichtbar und keinesfalls öffentlich. LinkedIn oder Viadeo haben einen beruflichen Zweck, sind aber für den persönlichen Gebrauch bestimmt.
Ja, und genau das fehlt persönlichen sozialen Netzwerken. Da das ESN das Werkzeug des Unternehmens ist, kann dieses es mit seinen Farben und seinem Logo gestalten und die für es relevanten Communitys anlegen.

