Als ich Anfang 2014 an meinem ersten Holacracy-Workshop teilnahm, veränderte sich etwas. Wenige Monate später hatte unser Team die Holacracy-Verfassung übernommen. Seitdem prägt rollenbasierte Governance unsere Art zu arbeiten.
Zwölf Jahre später ist eine Überzeugung nur noch stärker geworden: Bei rollenbasierten Organisationen geht es nicht darum, Struktur abzuschaffen. Es geht darum, Strukturen zu schaffen, die klarer, transparenter und zugleich anpassungsfähiger sind. Wenn Rollen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungsbefugnisse klar definiert sind, verbringen Menschen weniger Zeit damit, Unklarheiten zu bewältigen, und mehr Zeit damit, Wert zu schaffen.
Ich möchte dabei auch offen sein: Dieser Weg eignet sich nicht für jede Organisation und ist nicht immer einfach. Ein universelles Organisationsmodell gibt es nicht. Ob Sie sich für Holacracy, Soziokratie, einen anderen rollenbasierten Ansatz oder ein eigenes Organisationsmodell entscheiden, ist weniger entscheidend als die bewusste Entscheidung dafür, das Verständnis der zugrunde liegenden Prinzipien und die Bereitschaft, die notwendige Disziplin aufzubringen.
Dieses Whitepaper ist eine Einladung, eine andere Art der Organisation kennenzulernen: eine, in der Klarheit Verwirrung ersetzt, Rollen an die Stelle von Annahmen treten und Struktur Autonomie ermöglicht, statt sie einzuschränken. Ganz gleich, ob Sie erste Schritte gehen oder ein bestehendes Modell weiterentwickeln – ich hoffe, dass Ihnen diese Seiten praktische Orientierung und neue Impulse bieten.
Talkspirit haben wir auf genau dieser Überzeugung aufgebaut. Jede Organisation verdient die Freiheit und die Werkzeuge, ihre Arbeitsweise bewusst zu gestalten, statt Strukturen zu übernehmen, die ihren Zweck nicht mehr erfüllen. Denn die Art und Weise, wie eine Organisation gestaltet ist, bestimmt letztlich, was sie erreichen kann.